

Mit modernster Technik wie Satelliteninternet, Photovoltaik und starken Batterien trägt Patricia Gualinga ihre Botschaften mitten aus dem Regenwald hinaus in die Welt. Über Zoom spricht sie unter anderem auf internationalen Konferenzen.

Das indigene Dorf Sarayaku leistet im ecuadorianischen Regenwald Widerstand gegen Erdölkonzerne, Holzfirmen, Berg- und Straßenbauprojekte. Patricia Gualinga ist die internationale Stimme der kämpferischen Kichwa-Gemeinde aus dem Amazonasgebiet. „Jede Art von Verschmutzung oder Zerstörung gefährdet unser Leben und das der gesamten Welt“, sagt die 52-jährige Aktivistin. „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir müssen die Natur respektieren, sonst sind wir verloren.“

Noch ist die Tier- und Pflanzenwelt in Sarayaku bunt und vielfältig, doch zahlreiche Arten sind bereits vom Aussterben bedroht, darunter der prähistorische Vogel Oatzing.


Den Umgang mit Messer, Pfeil und Bogen lernen die Kinder in Sarayaku von Kindesbeinen an. Der achtjährige Tzumi begleitet seinen Vater selbstverständlich beim Fischen und bei der Jagd.


Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Eriberto Gualinga kämpft mit der Kamera gegen Raubbau, Menschenrechtsverbrechen und Vertreibung aus dem Regenwald. „Wir besitzen keine Reichtümer“, sagt der 44-jährige Kichwa, „aber wir führen ein würdevolles Leben. Das will ich bewahren. Meine Aufgabe ist es, den Kampf von Sarayaku zu dokumentieren. Wer erzählt unsere Geschichte, wenn ich es nicht tue?“

Die indigenen Familien leben noch im Einklang mit der Natur. Sie ernähren sich von Maniok- und Bananenfeldern, sammeln wilde Früchte im Wald, Schnecken und Schildkröteneier aus Flüssen und Seen, gehen angeln oder jagen mit Blasrohren und Gewehren.

„Unsere Lebensphilosophie lautet Kawsak Sacha“, sagt Eriberto Gualinga. „Im lebendigen Wald ist alles miteinander verbunden. Der Regenwald ist das Zuhause vieler Wesen. Der Mensch ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Wir müssen die Natur respektieren, sonst droht eine Katastrophe. So lautet die Legende.“

Im Wald wachsen vitaminreiche Früchte wie die Guajaba mit ihrer harten, gelben Schale oder Chuku Chuku mit den saftig ummantelten Kernen.

Der truthahnähnliche Paujil ist heute vom Aussterben bedroht und darf nicht mehr gejagt werden.


Die riesigen Ceiba-Bäume gelten als heilig. Sie können bis zu 1.000 Jahre alt werden. Ihre Kronen ragen über die anderen Regenwaldstämme hinaus. Illegale Holzunternehmen machen auch vor ihnen nicht halt.




Maya liebt ihre Heimat. Mit ihren Geschwistern und Cousinen tobt die Zehnjährige ausgelassen im Fluss, spielt Fußball oder übt Bogenschießen. Trotzdem möchte sie am liebsten Sängerin werden. Oder Aktivistin wie ihre Tante Patricia.

Die traditionellen Stelzenhäuser entstehen in Gemeinschaftsarbeit. Bei der sogenannten Minga packen alle mit an - selbst Kinder wie Maya sind dabei.

Von innen sind die Häuser sehr einfach, aber die Mädchen haben ihr eigenes Zimmer.

Der Fluss Bobonaza ist die Lebensader von Sarayaku. Er verbindet die Kichwa-Gemeinde mit dem Rest der Welt, seine Fische bieten proteinhaltige Nahrung und die Kinder lieben es, in ihm zu plantschen. Danach erholen sie sich in der Hängematte.

